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Den Kinderwunsch auf Eis legen? Alles rund um das Einfrieren von Eizellen, mit Jenny von OVIAVO

Viele Frauen möchten ihren Kinderwunsch gerne noch ein paar Jahre auf Eis legen und zur Sicherheit ihre Eizellen einfrieren. Eine sinnvolle Maßnahme, da bereits ab 30 die Fruchtbarkeit der Frau stark abnimmt. In diesem Artikel verrät Dir OVIAVO-Gründerin und „Einfrier-Expertin“ Jenny Saft, alles was Du über das „Social Freezing“ wissen solltest.

Liebe Jenny, was genau macht ihr bei OVIAVO?

OVIAVO ist Dein persönlicher Begleiter, wenn es um das Einfrieren von Eizellen geht. Als digitale Plattform sind wir das Eingangstor für alle Fragen rund um den Prozess: Die Dauer, die Kosten und die passenden Kinderwunschzentren. Unsere Mission ist es, Frauen zu helfen das Thema Fruchtbarkeit besser zu verstehen. Wir wollen ihnen aufzuzeigen, dass es Wege gibt, um proaktiv mit der eigenen Fruchtbarkeit umzugehen.

In den letzten Jahren hat das Einfrieren von Eizellen zwar zunehmend an Bedeutung gewonnen, aber gleichzeitig ist es immer noch durch ein starkes Stigma belegt. Dabei ist die Behandlung etwas, auf das man sehr stolz sein sollte. Die moderne Medizin hat Frauen eine Möglichkeit gegeben wieder stärker selbst zu bestimmen, wann der richtige Zeitpunkt für eine Schwangerschaft ist. Eine Möglichkeit die wir nutzen sollten. #femaleempowerment

Wie bist Du dazu gekommen, warum liegt Dir das Thema am Herzen?

Ich habe mich letztes Jahr mit 32 Jahren selbst dazu entschieden meine Eizellen einfrieren zu lassen und dabei gemerkt, wie viel Optimierungspotential es in dem Bereich noch gibt. Das Gesundheitswesen ist einfach nicht auf die Bedürfnisse der modernen Frau ausgerichtet. Gerade bei einer Leistung, die man privat zahlen muss, hat man eine entsprechende Erwartungshaltung, die aus meiner Sicht leider nicht erfüllt wird.

Es beginnt damit, dass die meisten Frauen gar nicht wissen, wie man startet. Frauenärzte sind oft nicht aussagefähig, da es einer speziellen Kinderwunsch-Ausbildung bedarf, um überhaupt zu diesem Thema beraten zu können. Man muss sich also selbst auf die Suche nach einem passenden Kinderwunschzentrum begeben. Doch da man über das Thema mit niemandem reden möchte, sucht man meist im Internet. Da werden einem viele Ergebnisse gezeigt, jede Klinik hat eine Webseite mit vielen Informationen. Letztlich weiß man trotzdem nicht, was das jetzt für einen persönlich bedeutet: Das Problem ist auch, dass die Kinderwunschzentren, die ganz oben gelistet sind, nicht unbedingt die besten sind (sie haben einfach besseres Marketing).

So macht man also einen Termin, meist mit viel Vorlaufzeit. Bevor man überhaupt weiß was auf einen zukommt, muss man bereits unzählige Dokumente ausfüllen. Hinzu kommt, dass man eventuell verdutzt angeschaut wird, wenn man im Kinderwunschzentrum ohne Partner ankommt. Die meisten Kinderwunschzentren haben einen starken Fokus auf unerfüllten Kinderwunsch bei Paare. Dementsprechend ist auch die Atmosphäre im Wartezimmer: Viele Single-Frauen fühlen sich fehl am Platz, obwohl sie ja eigentlich etwas positives tun möchten.

Auch das Gespräch mit der Ärztin war für mich sehr überraschend – es gab wenig Aufklärungsmaterial. Es wurde keine klare Aussage zu den Kosten gemacht, alles musste ich mir irgendwie selbst zusammenrechnen. Eine Auswertung meiner Blutwerte (AMH-Wert, Östrogen, LH-Wert, Progesteron, etc) habe ich nie erhalten. Die einzige Aussage war: “Also alles ist so, wie es für eine Frau in ihrem Alter sein sollte. Nicht super, aber auch nicht schlecht. Am besten wäre eigentlich, wenn sie jetzt schwanger werden.”…

Meine persönliche Motivation lag aber darin, dass ich zu dem Zeitpunkt weder einen Partner hatte, noch mir vorstellen konnte schon Kinder zu bekommen. Aber das Problem ist, dass man als Frau seine biologische Uhr irgendwann ticken hört. Man weiß, dass es ab 35 Jahren schwieriger wird schwanger zu werden und gleichzeitig bewegt man sich immer weiter auf diese Grenze zu.

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Generell habe ich den Prozess im Kinderwunschzentrum als sehr ineffizient empfunden. Ständig musste man wieder vorbei kommen, um nochmal Blut abzunehmen oder einen Ultraschall zu machen. Möchte man eine kurze Frage stellen, hängt man entweder am Telefon in der Warteschleife oder bekommt mit Verzug eine Antwort per E-Mail. Meinen Behandlungsplan inklusive Dosierung der Spritzen habe ich auf einem handgeschriebenen Blatt Papier bekommen. Kurz vor der OP hat mich der Anästhesist noch gefragt, ob ich seine Kosten bar oder auf Rechnung zahlen möchte.
Die Liste an Dingen, die mich gestört haben war einfach zu lang. Das habe ich lauthals meinem Freundeskreis berichtet. Ein guter Freund, der erfolgreich ein Startup führt, hat mich daraufhin ermutigt das Thema selbst in die Hand zu nehmen. So sind die ersten Gespräche zu OVIAVO gestartet und relativ schnell war unser Team komplett: Mit Janina, die selbst Gynäkologin in Berlin ist und die medizinische Seite abdeckt und mit Tobias, der als Unternehmensberater schon viele Projekte geleitet hat und vor allem die Prozess- und Finanzseite vorantreibt. Gemeinsam arbeiten wir jeden Tag daran, die Erfahrung von Frauen auf ihrer „Social Freezing“-Reise transparenter, effizienter und moderner zu gestalten.

Eizellen einfrieren – Was genau bedeutet das für eine Frau?

Es ist so: Bei allen Frau verringert sich im Laufe der Jahre nicht nur die Anzahl der Eizellen, sondern auch die Qualität. Dies führt dazu, dass es mit steigendem Alter schwieriger wird auf natürlichem Weg schwanger zu werden. Gleichzeitig zeigt die demographische Entwicklung, dass das Durchschnittsalter von Frauen bei der Erstgeburt stetig ansteigt. In Deutschland liegt die Zahl aktuell bei über 30 Jahren. Über 50% aller Akademikerinnen in Deutschland haben zu ihrem 35. Geburtstag noch kein Kind. Die Hälfte davon bleibt kinderlos, ein Großteil davon ungewollt.
Genau bei diesem Dilemma setzt das Einfrieren von Eizellen an. Man nutzt die noch jungen Eizellen einer Frau, damit sie auch zu einem späteren Zeitpunkt noch Kinder bekommen kann. Die Gebärmutter einer Frau bleibt im Gegensatz zu den Eizellen noch lange funktionstüchtig und kann unabhängig vom Alter der Frau eine Schwangerschaft austragen. Die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden steigt also, wenn man jüngere (kryokonservierte) Eizellen zur Befruchtung verwendet. Wir sind davon überzeugt, dass diese medizinische Innovation Frauen ein ganz neues Spektrum an Optionen gibt und das Leben vieler Frauen positiv verändern wird.

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Wie ist der Prozess beim Einfrieren der Eizellen?

1. Hormonelle Stimulation zur erhöhten Eizellenproduktion

Am Anfang steht die Zyklus-Diagnostik und Hormonmessung mit einem Arzt. Hier werden diagnostische Tests durchgeführt, um mehr über die persönliche Situation und die Reaktion des Körpers auf Fruchtbarkeitsmedikamente zu erfahren. In dieser Phase geht es darum zu verstehen, wie viele Eizellen man unter Einnahme von Hormonen produzieren kann, damit diese anschließend entnommen und eingefroren werden können. Sobald die Ergebnisse vorliegen, wird die Kinderwunsch-Ärztin einen entsprechenden Zyklusplan erarbeiten, der sowohl die Dauer als auch Dosierung der Medikamente beinhaltet. Der Start hängt davon ab, wann die Periode einsetzt. Sobald alle Medikamente vorhanden sind, kann man mit Beginn des neuen Zyklus mit den täglichen Hormonspritzen beginnen. Obwohl Frauen immer mehrere Follikel an ihren Eierstöcken haben, wird im Normalfall nur einer zur Reifung ausgewählt und in einem bestimmten Monat freigesetzt. Die Aufgabe der Fruchtbarkeitsmedikamente ist es, dass alle Follikel an den Eierstöcken reife Eizellen produzieren.
In einem Zeitfenster von circa zwei Wochen spritzt man sich jeden Tag Hormone. Die Kinderwunsch-Ärztin wird in dieser Zeit regelmäßig Ultraschalluntersuchungen und Blutentnahmen durchführen, um den Wachstumsgrad der Eizellen und den Hormonspiegel zu überprüfen. Auch der Zeitpunkt der Operation zur Eizellen-Entnahme wird hierüber bestimmt.
Wenn die Follikel an den Eierstöcken groß genug sind, bekommt man den sogenannte „Trigger-Shot“. Diese Spritze wird normalerweise 36 Stunden vor der geplanten Operation verabreicht.

2. Entnahme und Einfrieren der Eizellen (Kryokonservierung)

Jetzt beginnt die chirurgische Entnahme der Eizellen – auch Follikelpunktion genannt. Die meisten Praxen verwenden eine Vollnarkose für diesen kurzen Eingriff, der 15 bis 30 Minuten dauert. Die Ärztin verwendet eine Nadel, die vaginal eingeführt wird, um die Follikel an den Eierstöcken zu punktieren und die Flüssigkeit abzusaugen.

Die Operation wird ambulant durchgeführt, sodass man nach Abschluss der Operation relativ schnell wieder nach Hause kann. Die durchschnittliche Genesung beträgt weniger als 24 Stunden, so dass die meisten Frauen am nächsten Tag wieder arbeiten gehen können.
Im Operationssaal leitet die Ärztin die aus den Follikeln extrahierte Flüssigkeit an einen Biologen weiter, der diese untersucht, um festzustellen, ob es reife Eizellen gibt. Alle reifen Eizellen werden eingefroren. Die Eizellen werden dann vom Kinderwunschzentrum bis zu dem Zeitpunkt aufbewahrt, an dem sie voraussichtlich verwendet werden sollen.

3. Einsetzen der Eizellen / Künstliche Befruchtung

Wenn man von den Eizellen später Gebrauch machen möchte, dann werden diese aufgetaut und über ein künstliches Befruchtungsverfahren namens ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion) befruchtet. Dabei wird der männliche Samen direkt in die Eizelle gespritzt. Entwickeln sich die befruchteten Eizellen weiter, werden sie in die Gebärmutter übertragen. Ob sich ein oder mehrere Embryonen dort mit Erfolg einnisten konnten, zeigt dann 14 Tage später ein Schwangerschaftstest.

Welche Frauen kommen zu euch, wann und warum?

Frauen kommen zu uns, weil sie das Thema beschäftigt, sie darüber gelesen oder mit Freundinnen gesprochen haben. Aber viele finden keine konkreten Informationen zu Ablauf oder den Kosten. Die Überwindung in ein Kinderwunschzentrum zu gehen ist oft noch zu hoch. Man möchte sich gerne zuerst informieren.
In einigen Fällen wollen sich Frauen auch eine Zweitmeinung einholen, da sie zum Beispiel von ihrem Frauenarzt gehört haben, dass es für sie keinen Sinn mehr macht ihre Eizellen einzufrieren. Es schockiert mich immer wieder, wenn 35-jährige Frauen mir erzählen, dass von ihrem Arzt Aussagen getroffen wurden wie “Der Teich ist trocken, da geht nichts mehr.” oder “Gehen sie lieber in die nächste Bar und suchen sie sich einen Mann, das ist billiger und schneller…”
Es gibt sehr unterschiedliche Gründe warum Frauen sich zum Einfrieren ihrer Eizellen entscheiden. Als häufigsten Grund geben Frauen die “Angst” vor einer Unfruchtbarkeit in der Zukunft an. Auch wenn sich die meisten zum aktuellen Zeitpunkt noch keine Kinder vorstellen können, haben sie in der Zukunft durchaus das Familienbild vor Augen. Weitere häufig genannte Gründe sind Zeitgewinn oder den Druck zu minimieren, einen Partner zu finden. Viele Frauen mit denen wir gesprochen haben sind partnerlos, aber wir sehen auch immer öfter Paaren, die sich noch nicht bereit fühlen für Kinder.
Viele Faktoren führen zu dieser Entscheidung. In den seltensten Fälle ist nur die “Karriere” der Grund, wie es leider noch oft in den Medien verbreitet wird.

Du hast uns erzählt, dass eine Frau bereits mit allen Eizellen geboren wird und mit jedem Zyklus Eizellen verliert. In welchem Alter ist es also am besten seine Eizellen einfrieren zu lassen? Und wie wirkt sich das Alter auf den Erfolg dabei aus?

Aus mathematischer Sicht wäre das beste Alter schon mit Anfang 20. Je jünger die Eizellen sind, desto höher die Qualität und dementsprechend höher die Wahrscheinlichkeit, dass man mit den eingefrorenen Eizellen eine erfolgreiche Schwangerschaft erreicht. Aber die meisten Frauen merken erst später, wie ihre Lebensplanung sich entwickelt. Dazu kommt, dass man sich nicht einer unnötigen Behandlung unterziehen möchte, wenn man plant vor 30 schwanger zu werden.

Eizellen einfrieren - Social Freezing - Informationen

Die optimale Zeitspanne ist daher zwischen Ende 20 und Anfang 30. Definitiv aber vor 35 Jahren, da statistisch die Anzahl und Qualität der Eizellen danach stark abfällt.
Natürlich ist es auch möglich seine Eizellen nach 35 Jahren einzufrieren. Die Herausforderung ist dann, dass in der Regel weniger Eizellen vorhanden sind, aber gleichzeitig mehr Eizellen benötigt werden, um eine ausreichende Wahrscheinlichkeit zu erlangen schwanger zu werden. Das bedeutet oft, dass mehrere Zyklen durchlaufen werden müssen und dementsprechend die Kosten der Behandlung steigen. Dann muss jede Frau selbst entscheiden, wie sehr Kosten und Nutzen für sie persönlich im Verhältnis stehen.
Aus medizinischer Sicht haben wir die Aufgabe, Frauen transparent und sinnvoll zu beraten. Wenn man zum Beispiel 40 Jahre alt ist und noch 2 Kinder möchte, dann ist Social Freezing wahrscheinlich nicht die beste Option, sondern man sollte in Erwägung ziehen, direkt schwanger zu werden. Aber auch in diesem Fall macht es absolut Sinn mit einem Kinderwunsch-Arzt zu sprechen und sich seine Optionen aufzeigen zu lassen.

Was empfiehlst Du Frauen, bei denen das Thema aktuell wird?

Bei OVIAVO können Frauen sich kostenlos ein individuelles Social Freezing Profil erstellen. Anhand von ein paar Fragen, geben wir eine erste Einschätzung darüber, wie die Behandlung für sie aussehen wird und welche Kosten voraussichtlich auf sie zukommen. Bei Bedarf stellen wir auch eine Übersicht möglicher Kinderwunschzentren zur Verfügung.
Außerdem haben wir eine große Sammlung an oft gestellten Fragen, die wir in unseren täglichen Gesprächen mit Frauen immer wieder beantworten: Fragen zum Einfluss der Hormonspritzen auf den Körper, zur Operation an sich oder zu Erfolgswahrscheinlichkeiten der Behandlung.

Möchtest Du Deine Eizellen einfrieren um Deine Chancen auf einen zukünftigen Kinderwunsch zu verbessern? Schreib uns Deine Meinung! Wir freuen uns über den Austausch mit Dir und auf Deine Erfahrungen für die CUCA-Community.

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