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HPV – viel Angst um nichts?

In den letzten Jahren haben neue wissenschaftliche Erkenntnisse das Screeningsystem für Gebärmutterhalskrebs revolutioniert. Die Grundlage für die Veränderungen ist das humane Papillomvirus (HPV). Seine Hochrisikotypen können an der Entstehung von Krebs am Gebärmutterhals und an weiteren Karzinomen beteiligt sein. Testet eine Frau positiv für das Virus, kann der Frauenarzt Vorsorgeuntersuchungen engmaschiger planen, als bei nicht infizierten Frauen. Solltest Du Dich also untersuchen lassen? Und was, wenn Du das HP-Virus hast? Wir von CUCA BY LINDA möchten Dich über humane Papillomviren aufklären und Dir unnötige Angst nehmen.

HPV ist nicht gleich HPV

Humane Papillomviren gibt es auf der ganzen Welt. Von über 200 verschiedenen Typen, die hauptsächlich Warzen an der Haut verursachen, befallen circa 40 HPV-Typen die Geschlechtsorgane. Dort können sie an den äußeren Genitalien sogenannte Feigwarzen oder Genitalwarzen hervorrufen, die zwar unangenehm, aber nicht gefährlich sind. HP-Viren vom Typ 16 und Typ 18, sowie mindestens 12 weitere Hochrisikotypen spielen eine Rolle bei der Entstehung von Karzinomen

  • am Gebärmutterhals (Cervix),
  • an der Scheide,
  • am Darmausgang,
  • am Penis,
  • im Mund- und Rachenraum und
  • an der Haut.

Was ist Gebärmutterhalskrebs?

Zwischen der Gebärmutter und der Scheide liegt der Gebärmutterhals. Ärzte sprechen von der Zervix. Dort, am Rande des Muttermunds, kann sich ein Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs) bilden. Der vaginale Krebsabstrich bei Deiner Frauenärztin oder Deinem Frauenarzt untersucht genau diesen Bereich und soll eine Veränderung der Zellen anzeigen, bevor Krebs entstanden ist. Mittlerweile wissen Ärzte, dass sich ein Zervixkarzinom in vielen Fällen erst nach einer langjährigen Infektion mit Hochrisiko-HP-Viren entwickelt.


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Wie Du Dich mit HPV Viren ansteckst

Mit humanen Papillomviren kannst Du Dich beim Sex durch sehr engen Haut- und Schleimhautkontakt infizieren. Auf diese Weise zieht sich der Großteil der sexuell aktiven Bevölkerung mindestens einmal im Leben eine HPV-Erkrankung zu, meist ohne es zu bemerken. Frauenärzte beobachten aber, dass die Infektion bei bis zu 90 Prozent der betroffenen Frauen innerhalb von 24 Monaten ausheilt und auch keine negativen Folgen hinterlässt. Bei den restlichen zehn Prozent bleibt das HP-Virus nachweisbar und kann am Gebärmutterhals Vorstufen von Krebs verursachen. Wiederum ein bis drei Prozent dieser Gruppe erkrankt nach ungefähr zehn bis 30 Jahren an einem Zervixkarzinom.

Die Symptome und die Risikofaktoren einer HPV-Infektion

Bestimmte HPV-Typen verursachen Feigwarzen an den Genitalien. Viren vom Hochrisikotyp lösen keine spürbaren Beschwerden aus. Selbst das Zervixkarzinom sieht der Frauenarzt nur im Zellabstrich des Muttermunds oder in der vaginalen Untersuchung, wenn es schon weit fortgeschritten ist.

Risikofaktoren für eine Infektion mit dem HPV Virus sind:

  • Sex ohne Kondom
  • häufig wechselnde Partner
  • Sex schon früh im Leben
  • Nikotinkonsum

Diagnose einer Infektion durch das HP-Virus

In Abstrichmaterial vom Muttermund kann der Frauenarzt mit einem Labortest das HP-Virus nachweisen. Leitlinien empfehlen den Test nur für Frauen über 30 Jahre und für Patientinnen, deren Zellabstrich auffällig war. Bei jüngeren gesunden Frauen bekämpft das Immunsystem eine HPV-Infektion in der Regel rasch und gründlich. Ein Screening mit positivem Ergebnis würde viele Frauen völlig umsonst beunruhigen. Liegt bei Dir ein positiver HPV-Test vor, wird Dein Frauenarzt Dir regelmäßige Abstrichkontrollen empfehlen, um keine Zellveränderungen zu verpassen. Dieser Krebsvorsorge-Abstrich oder Pap-Test kann Krebsvorstufen und das Zervixkarzinom selbst feststellen. Der HPV-Test sagt nur aus, ob sich das humane Papillomvirus aktuell in Deinem Körper befindet.


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Therapie der HPV-Infektion

Gegen das Virus selbst steht keine Therapie zur Verfügung. Deshalb ist es besonders wichtig, dass veränderte Zellen am Gebärmutterhals früh entdeckt und behandelt werden. Der Frauenarzt kann eine sogenannte Konisation empfehlen. Bei dieser Operation entfernt der Mediziner die auffälligen Zellen. Eine Folge davon kann eine Muttermundschwäche sein, die spätere Schwangerschaften gefährdet. Du selbst kannst mit einem gesunden Lebensstil dazu beitragen, dass eine eventuelle HPV-Infektion besser abheilt.

Die Gebärmutterhalskrebs Impfung

Seit einigen Jahren steht eine Impfung gegen das HP-Virus zur Verfügung. Die STIKO empfiehlt sie für Kinder in einem Alter zwischen neun und 14 Jahren, um Jugendliche vor dem ersten Geschlechtsverkehr gegen das Virus zu immunisieren. Sprich mit Deinem Frauenarzt über die HPV Impfung. Auch Erwachsene können von ihr profitieren.

Wie ist das mit Männern und dem HP-Virus?

Hast Du Dich mit dem HP-Virus angesteckt, ist Dein Partner wahrscheinlich auch infiziert. Wiederholter Kontakt mit demselben Virus-Typ scheint die Abheilung der Erkrankung aber nicht negativ zu beeinflussen. Studien haben ergeben, dass zwischen Sexualpartnern kein Ping-Pong-Effekt des gegenseitigen Wiederansteckens auftritt. Dein Immunsystem kennt den Keim und kann sich wehren. Kommt aber ein neuer Partner ins Spiel, kann sich dieser anstecken oder einen neuen Virus-Typ mitbringen. Deshalb solltest Du nach einem Partnerwechsel Kondome benutzen, bis auf beiden Seiten keine HPV-Infektion mehr nachweisbar ist.

Angst mit Information bekämpfen

Noch einmal zum Schluss: Ein positives Testergebnis kann beängstigend sein. Aber während schätzungsweise jede zweite Frau einmal in ihrem Leben eine Infektion mit einem Hochrisikotyp der humanen Papillomviren durchmacht, erkranken laut Robert Koch Institut nur circa drei Prozent der Patientinnen an einem Zervixkarzinom, wenn es nicht sogar rechtzeitig entdeckt und behandelt werden kann. Autofahren ist auch gefährlich und trotzdem machst Du es ohne Angst. Du schnallst Dich an und richtest Dich nach der Straßenverkehrsordnung. Im Fall des HP-Virus lässt Du Dich impfen und/oder gehst regelmäßig zur Krebsvorsorge. Ein zu 100 Prozent risikofreies Leben gibt es leider nicht.
Mehr zum Thema sexuell übertragbare Krankheiten erfährst Du hier.
Wie geht es Dir mit HPV? Bist Du geimpft oder hast Du vielleicht ein positives Testergebnis erhalten? Komm zu uns in die CUCA BY LINDA-Community und tausche Dich mit anderen Frauen über dieses wichtige Thema aus.

Peter Hillemanns, Krebsfrüherkennung: Zervixkarzinom – Doppelter Paradigmenwechsel, Dtsch Arztebl 2016; 113(7): A-282 / B-238 / C-238
(https://www.aerzteblatt.de/archiv/174973/Krebsfrueherkennung-Zervixkarzinom-Doppelter-Paradigmenwechsel#comments)
https://www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/gebaermutterhalskrebs/index.php

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