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Im Einklang mit dem eigenen Zyklus Leben – Interview mit Katja von Feel Your Flow

Katja Vogt ist Gründerin der Brand „Feel Your Flow“. 2018 hat sie aus ihrer Leidenschaft für die Themen gesunde Ernährung, ganzheitliche Gesundheit, Yoga, Persönlichkeitsentwicklung und dem weiblichen Zyklus ihren Feel Your Flow Zyklusplaner auf den Markt gebracht. Sie ist fasziniert von dem Zusammenspiel der Hormone und unseren Energien, Emotionen, Bedürfnissen, und Stärken. Ich freue mich sehr über das Interview mit ihr!

Liebe Katja, erzähl uns doch kurz wie Du auf die Idee gekommen bist einen ganzheitlichen Zykluskalender für mehr Frauenpower zu entwickeln?

Ich gehöre zur Generation “Pille”, die lange Jahre ohne zu hinterfragen gar keinen Zyklus und keine richtige Periode hatte. Als eine Freundin, die die Pille schon abgesetzt hatte, vor Jahren bei einem Mädelsabend von den unterschiedlichen Stimmungen und Bedürfnissen die sie zyklusbedingt durchlebt erzählte, habe ich mich in dem Moment total fremdbestimmt gefühlt und regelrecht um diese Erfahrungen beraubt. Ich hinterfragte, ob ich mit der Pille überhaupt ich selber bin und setze sie dann ab, um es herauszufinden.

Es vergingen nochmal Jahre der Ahnungslosigkeit über den eigenen Körper und Zyklus, in denen ich die zyklischen Veränderungen dann absurderweise sogar als negativ wahrnahm und ständig über meine Grenzen gegangen bin, weil ich mit den Schwankungen von Energie, Stimmung und Bedürfnissen gar nicht umgehen konnte. Bis endlich all das Zyklus-Wissen zu mir kam. In Alisa Vittis Buch ​Womencode​ erfuhr ich von dem Prinzip “Cycle Syncing” und war völlig fasziniert.

Katja Vogt - Gründerin Feel Your FlowDieses Wissen war für mich der Schlüssel zu mehr Selbstannahme, Gesundheit, Energiemanagement und einem achtsamen Verhältnis zu meinem Körper.
In Zyklus-Seminaren, Workshops, Onlinekursen und Büchern wurde dann immer dazu geraten, seinen Zyklus durch tägliches Beobachten und das Führen eines Tagebuchs zu tracken. Parallel dazu wuchs der Wunsch meine Kreativität und Gestaltungsexpertise in ein eigenes Projekt zu stecken und ziemlich schnell war dadurch die Idee geboren: ein Tagebuch für das Tracken des Zyklus zu entwickeln. So ein Tagebuch oder einen Planer, wie ich ihn nenne, gab es zu diesem Zeitpunkt in der Form nicht. Ich habe mir also ein auf meine Bedürfnisse zugeschnittenes Buch designt. Genauso hätte ich es mir gewünscht, als ich begann, mich mit dem Thema zu beschäftigen: mit den wichtigsten Infos zu meinem Zyklus und eine angeleitete, ganzheitliche Auseinandersetzung mit den einzelnen Phasen, um selbstbestimmt mit Körper und Weiblichkeit umgehen zu können. Sich nicht mehr als Opfer seiner Hormone zu fühlen, sondern die großartigen Stärken, die der Zyklus mit sich bringt für sich nutzen zu können.

Wie kann man seine Zyklusphasen für ein glücklicheres Leben nutzen?

Ich durfte durch das Wissen über den Zyklus lernen Verantwortung zu übernehmen: für meinen Körper und meine Gesundheit. Denn der Zyklus ist ein Spiegel der mentalen und körperlichen Gesundheit und die Summe aus Lebensgewohnheiten, Ernährung und Stress. Das Hormonsystem ist sehr empfindsam und viele Symptome, hängen mit hormonellen Dysbalancen zusammen.

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Zu verstehen, dass die Zyklusphasen die Bedürfnisse meines Körpers und mein Energielevel beeinflussen, war ein Gamechanger in Sachen Selbstfürsorge.

Ich gehe viel achtsamer mit mir um und das Thema “Self Care” hat einen neuen Stellenwert in meinem Leben. Dadurch hat sich mein Wohlbefinden und meine Gesundheit verbessert und in den meisten Zyklen erlebe ich eine beschwerdefreie Periode. Was wiederum ein Mindset Shift war: ich nehme die Periode nicht mehr als Bürde war, sondern freue mich sie als eine Zeit des Rückzugs und des Neubeginns zu erleben. Allein das hat mir so viel mehr Lebensqualität und Wertschätzung meines Körpers geschenkt.

Durch die Planung von Tätigkeiten, Jobs, Visionen und Ziele im Einklang mit den Zyklusphasen hat sich außerdem mein Zeit-und Energiemanagement verändert: ich verausgabe mich nicht mehr so, spüre meine Grenzen und nutze die Powerphasen gezielter aus. Mein Zyklus ist so zu einem wertvollen Planungstool geworden, dass mich in meiner Selbstständigkeit und dem Umsetzen meiner Ziele und Visionen unterstützt.
Und gemäß dem Zitat “Change is the only constant in life.” (Heraclitus) lernen wir durch das Annehmen unserer zyklischen, wandelbaren Natur, Veränderungen gelassener und vorbereiteter entgegenzublicken. Wir dürfen lernen Stabilität im Wandel und im Neubeginn, der uns inne wohnt zu finden und darin Chancen zu sehen. Das ist für mich eine gute Basis für ein selbstbestimmtes und glückliches Leben.

Du erklärst den weiblichen Zyklus gerne mit dem Modell der inneren vier Jahreszeiten. Kannst Du unseren Leserinnen die vier Zyklusphasen und ihre charakteristischen Merkmale kurz erklären?

Winter: ​Der innere Winter, die Phase in welcher wir unsere Periode haben, ist eine Zeit des Rückzugs und des Innehaltens. Der Fokus liegt auf der Regeneration der Kräfte für den Neubeginn. Neue Pläne, Visionen und Ziele für den neuen Zyklus lassen sich durch Reflexion und Innenschau manifestieren.

Frühling: ​der innere Frühling ist charakterisiert durch ein Aufblühen. Neue Lebens-Energie empowert uns mit Tatendrang, Ausdrucksvermögen, Optimismus und Neugier. Neue Projekte oder Vorsätze sind willkommene Herausforderungen. Wir haben Freude daran Neues zu lernen und zu entdecken und wieder im Außen zu wirken.

Sommer: ​der innere Sommer ist der Höhepunkt der Fruchtbarkeit und zeigt sich von der schönsten Seite: der Sommerglow wirkt wie ein Magnet und lädt ein das Leben mit allen Sinnen zu geniessen und zu feiern. Die Energie ist magisch und schenkt uns Lebensfreude und Zuversicht, mit der wir Alles erreichen können, was wir uns wünschen und auch als Teamplayer andere Menschen supporten und Beziehungen nähren können.

Herbst: ​der innere Herbst offenbart in seiner vielseitigen Natur ein buntes Bouquet: Erntezeit und Fülle bis hinzu dem Rückzug der Natur und unserem Rückzug in die gemütliche Häuslichkeit. Es ist an der Zeit Dinge abzuschließen, zu sortieren und ordnen und sich nach einem fulminanten Sommer wieder zu erden und bei sich anzukommen. Entschleunigung hilft sich auf den Neubeginn und den inneren Winter einzustimmen.

Die vier Zyklusphasen

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Hast Du drei konkrete Tipps für uns, wie man dieses „Zykluswissen“ in seinem Alltag integrieren kann, um das meiste aus unserer Produktivität oder Kreativität herauszuholen?

1. Das Wichtigste ist: sich während der Periode so viel Auszeit wie möglich zu gönnen. Ruhe, Schlafen, Meditation, Yoga, Baden, Handy aus, Termine absagen, Natur, Journaling – oder einfach nur Nichts tun. Dafür am Besten, sofern der Zyklus regelmäßig ist, schon am Anfang des Zyklus Zeit blocken. Und wenn man trotzdem “funktionieren” muss, Arbeit oder Familie wenig Auszeit zulässt, dann hilft es zu priorisieren, was wichtig ist und was nicht doch noch 1,2 Tage warten oder was man delegieren kann. Sich selbst weniger abzuverlangen, nicht zu perfektionistisch sein und Alles etwas langsamer machen. Sich zwischendurch Pausen gönnen, atmen, das Nervensystem beruhigen und früh ins Bett gehen mit Wärmflasche, Lavendelöl und Kräutertee.

2. Die produktivste Phase erlebe ich bis zum Eisprung und manchmal auch nochmal in der Mitte der Lutealphase. Ich versuche grundsätzlich Jobs, soziale Aktivitäten, neue Projekte und Alles, wofür ich viel Energie benötige in die 2. und 3. Zykluswoche zu legen (bei einem 28-Tage-Zyklus). Die Prämenstruelle Phase und Periode halte ich wie gesagt frei von einem vollen Terminplaner und anstrengenden Aktivitäten und nutze sie um meine Energie wieder aufzuladen.

3. Viele Frauen schwören auf den inneren Herbst, um sich kreativ auszuleben. Wobei Kreativität viele Formen haben kann: von künstlerischen Tätigkeiten, bis zur Wohnungsverschönerung, handwerklichen Dingen, Tanzen, Kochen, Schreiben. Das kann einerseits den Emotionen und vielleicht auch Aggressionen ein Ventil bieten, und ist gleichzeitig Gelegenheit wertvolle Zeit mit sich selbst zu verbringen und so die eigenen Bedürfnisse ganz intuitiv zu erforschen und ihnen Raum zu geben. Einfach mal ausprobieren und es fließen lassen.

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Welche Rolle spielt die Ernährung in den unterschiedlichen Zyklusphasen?

Ernährung spielt eine wesentliche Rolle für den Zyklus. Denn über die Nahrung nehmen wir die Energie und Bausteine auf, die unser Körper für Aufbau-, Reparatur- und Entgiftungs- und Stoffwechselprozesse benötigt und um unseren Hormonhaushalt zu regulieren. Nährstoffmangel, Verdauungsprobleme, entzündungsfördernde Nahrungsmittel – all das kann den Zyklus aus dem Gleichgewicht bringen und Periodenbeschwerden oder PMS Symptome begünstigen.

Genauso kann man aber auch mit entsprechender Ernährung in den Zyklusphasen Problemen vorbeugen oder entgegenwirken. Deswegen macht es total Sinn seine Ernährung auch an die Zyklusphasen anzupassen und sich grundsätzlich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Ernährung ist natürlich auch zum Teil Typ-abhängig und besonders dann wenn man sich auf Grund von Zyklusstörungen Hilfe durch funktionale Ernährung, Ernährungsmedizin oder Orthomolekularmedizin holen möchte, kommt man um eine individuelle ExpertInnenberatung nicht herum.

Grundsätzlich heisst hormonfreundliche Ernährung: die volle Bandbreite an Nährstoffen durch abwechslungsreiche, frische, vollwertige Nahrung, möglichst in Bio-Qualität, insbesondere gesunde Fette, Ballaststoffe, Bitterstoffe, probiotische Lebensmittel, viel trinken und komplexe Kohlenhydrate anstatt Industriezucker, so wenig Alkohol, Transfette, in Plastik verpacktes, Fertiggerichte & Junk Food wie möglich. Auch hier kann man lernen wieder mehr auf den Körper zu hören, Signale zu entschlüsseln und vor Allem die Freude am “intuitiven Essen” zu entdecken – insbesondere wenn man nicht so der Typ ist sich an strikte Pläne zu halten.

Besonders in der 2.Zyklushälfte verbraucht der Körper mehr Energie und wir haben daher auch mehr Hunger oder sogar Heißhunger. Meinem Körper dann die Nahrung zu geben, die er braucht, ist für mich pure Selbstfürsorge!

Nun habe ich noch eine persönliche Frage von mir an Dich! Ich erlebe meinen Zyklus sehr intensiv und manchmal habe ich das Gefühl gar nicht „Frau“ meiner eigenen Gefühle/Gedanken zu sein. In meinem Frühling/Sommer bin ich oftmals SEHR positiv und finde vieles in meinem Leben großartig, was ich oftmals nur ein paar Tage danach (in meinem Herbst/Winter) in Frage stelle. Dieses Wechselspiel empfinde ich wie eine Art Achterbahnfahrt und dass nicht immer im positiven Sinn. Erkennst Du dieses Muster und hast Du einen Tipp für mich, wie ich mehr im Einklang mit meinen Phasen leben kann?

Feel Your FlowDieses Wechselspiel kenne ich nur zu gut. Früher, ohne das Wissen über den Zyklus, habe ich manche Persönlichkeitsanteile von mir total abgelehnt, meine Emotionalität und negative Gefühle haben mich verunsichert und ich wollte mich immer so produktiv, selbstbewusst und extrovertiert wie vor dem Eisprung fühlen.

Wir leben natürlich auch in einer Gesellschaft, die diesen Typus Frau idealisiert: die uns ständig umgebende Werbung und auch Social Media zeigen strahlende, glückliche, vitale Frauen, wir streben ständig nach Optimierung und Erfüllung, wir sind süchtig nach Dopamin und Glücksgefühlen. Und verlernen dabei etwas mit den konventionell als “negativ” gelabelten Gefühlen umzugehen.

Aus meiner Erfahrung resultieren die “negativen” Gefühle, wie Wut, Aggression, Angst, Trauer usw. oft aus unerfüllten Bedürfnissen und zu wenig Raum für einen selber. In der 2.Zyklushälfte, die biologisch gesehen der Zeitraum einer potentiellen Einnistung einer befruchteten Eizelle wäre, die wir durch entsprechende Selbstfürsorge intuitiv bewahren wollen, findet daher ein Wandel statt, der sich natürlicherweise auch in einem Stimmungswandel äußert. Wir werden feinfühliger, sensibler, aber auch misstrauischer, vorsichtiger und mehr auf Sicherheit und unser Wohlergehen bedacht.

Das bedeutet aber auch, dass Frauen hier oftmals ganz klar ihre Bedürfnisse spüren, unbearbeitete Konflikte und Themen, die nicht in Balance sind zeigen sich deutlicher, sie sind schneller gereizt, weniger tolerant, weniger kompromissbereit und dadurch kritischer mit sich selbst und Anderen.

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Aber genau hier offenbaren sich ganz wertvolle Erfahrungen. Denn unsere “innere Kritikerin” und die Themen, die in dieser Phase auftauchen, verraten uns sehr viel über uns selbst, unsere Bedürfnisse, Wünsche, Sehnsüchte und auch über Glaubenssätze, Blockaden und Schatten. Diese Phase ist hinsichtlich der Persönlichkeitsentwicklung, aber auch in Sachen Arbeit und Beziehung sehr aufschlussreich.

Mit zunehmendem Zyklus-Bewusstsein empfindet man also diese Phase mehr und mehr als Einladung sich intensiv mit sich selber auseinanderzusetzen, Grenzen zu ziehen, Nein zu sagen, für sich einzustehen, sich selbst anzunehmen mit allen Facetten und sich Raum zu geben. Und in diesem Raum kann dann wiederum Wundervolles entstehen. Emotionen und bewusste Reflexion von sich selbst, seinen Projekten und Beziehungen kann total transformierend sein. Man kann in dieser Lutealphase so richtig schön spüren, wo es beispielsweise noch Veränderung bedarf, woran man nicht festhalten möchte und wofür man seine kostbare Energie aufwenden möchte.

Du möchtest Frauen dazu inspirieren mehr in ihre zyklische Kraft zu kommen, wie hilft Dein Feel Your Flow Zyklusplaner dabei?

Der Feel Your Flow Zyklusplaner ist ein Guide, Journal und Workbook zugleich.
Das heisst Du tauchst nicht nur in die Theorie ein, sondern erlebst durch Journaling und tägliches Beobachten Zyklusbewusstsein auch in der Praxis. Reflexions-und Planungsübungen zeigen Dir wie Du Dein Leben im Einklang mit den Zyklusphasen gestalten kannst und sie so bestmöglich für Dich nutzen kannst.
Kreative Tools, Rezepte und Inspirationen passend zu den Zyklusphasen, so dass Du Dir neue Routinen und Selbstfürsorge-Rituale erschaffen kannst, die Dich in Deiner Weiblichkeit, Gesundheit und Selbstliebe bestärken.

Was für ein wundervolles Interview – vielen lieben Dank liebste Katja. Ich wünsche Dir und Feel Your Flow weiterhin viel Freude, Erfolg und bedanke mich auch im Namen aller Frauen denen Du hilfst mehr im Einklang mit ihrer Weiblichkeit zu leben, inklusive mir natürlich.

Der Feel Your Flow Zyklus & Periodenplaner bietet Dir mit einem ​Wissensteil​, täglichen Eintragseiten, Planungs- und Reflexionsübungen​ und einem ​Workbook​ alle Tools, die Du brauchst, um Deinen Menstruations-Zyklus zu verstehen, zu tracken und ihn zu Deinem Vorteil zu nutzen.

Comments

  • Genau der richtige Lesestoff für meinen heutigen Tag! Vielen Dank für die erfrischenden Impulse, die es mir heute direkt leichter machen es mir zu meinem inneren Winter gemütlich zu machen.

    2. August 2020

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